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Inhaltsverzeichnis Kapitel 5 5.1.3 Der Dativ

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Kapitel 5: French Survival Guide

  5.1.3 Der Dativ

Der Dativ wird manchmal als indirektes Objekt bezeichnet. Nach dem Dativ fragt man mit wem. Im Deutschen erfährt ein Objekt im Dativ eine Wandlung (das Kind => dem Kind, der Mann => dem Mann). Im Französischen bildet man den Dativ mit der Präposition à.

  Beispiele
  Er gibt das Geld --- dem Mädchen. Wem gibt er   von dem Geld? --- Dem Mädchen.
  Il donne de l' argent à la fille. À qui donne-t-il   de l' argent? À la fille.
 
 
  Wir geben --- Michael Geld. Wem geben wir Geld? --- Michael.
Nous donnons à Michael de l'argent. À qui donnons nous de l'argent ? À Michael.
 
 
  Er gibt das Buch dem Kind. Wem gibt er   das Buch? Dem Kind.
Il donne le livre à l' enfant.

À qui

donne-t-il   le livre? À l' enfant.
 
 
  Er gibt das Buch den Kindern. Wem gibt er   das Buch? Den Kindern.
Il donne le livre aux enfants. À donne-t-il   le livre? Aux enfants.
 
 
  Er gibt das Buch dem Jungen. Wem gibt er   das Buch? Dem Jungen.
Il donne le livre au garçon. À qui donne-t-il   le livre? Au garçon.

Wie unmittelbar ersichtlich ist die Konstruktion A qui + Pronomen gewöhnungsbedürftig. Würde man wörtlich übersetzten, hätte man sowas.

Beispiel
  À qui     il donne le livre?
    Zu wer     er gibt das Buch?
    À qui donne- t- il le livre?  


Merke
  à la => Wenn ein weibliches Substantiv folgt (das aber nicht mit einem Vokal oder mit einem aspirierten h beginnt).
Je le dis à la femme.
Ich es sage   der Frau.
  au => Wenn ein männliches Substantiv folgt (das aber nicht mit einem Vokal oder einem aspirierten h beginnt). Entspricht a + le
 
Je le dis au garçon.
Ich es sage dem Jungen.
  à l' => Wenn das folgende Substantiv mit Vokal oder nicht aspiriertem h beginnt, egal ob männlich oder weiblich.
 
Je le dis à l' enfant.
Ich es sage   dem Kind.
  aux => Wenn das folgende Substantiv im Plural ist (männlich oder weiblich) . Entspricht a + les
 
Je le dis aux enfants.
Ich es sage den Kindern.


Exkurs: Da wir insgesamt 20 solche Portale betreiben haben wir festgestellt, dass sich bestimmte Fragen wiederholen. Vielen Menschen ist im Grund auch die Deklination im Deutschen unklar. In der Schule wird das folgendermaßen erklärt.

Der Dativ ist der Wemfall, nach dem Wemfall fragt man mit wem.

Ich gebe ihm ein Buch. => Wem gebe ich ein Buch? Ihm.

Der Akkusativ ist der Wenfall,
nach dem Akkusativ fragt man mit wen.

Ich sehe ihn. => Wen sehe ich? Ih
n.

Der Genetiv ist der Wessen Fall, nach dem Wessen Fall fragt man mit wessen.

Das ist das Auto seines Vaters. => Wessen Auto ist es? Seines Vaters.


Der Nominativ ist der Werfall, nach dem Werfall fragt man mit wer.

Der Mann geht über die Straße. => Wer geht über die Straße? Der Mann.

Offensichtlich scheint dieses Erklärungsmuster aber nicht zu zünden, denn vielen Leuten ist nicht so richtig klar, um was es geht. Deswegen hier ein grundsätzlich anderes Erklärungsmuster.


Bei den Verben lassen sich drei Typen unterscheiden.

Verben, die gar kein Objekt nach sich ziehen: Ich schwimme.
Verben, die ein Objekt nach sich ziehen: Ich esse einen Kuchen.
Verben, die zwei Objekte nach sich ziehen: Ich gebe ihm mein Auto.

Es gelten dann folgende Regeln.

a) Hat ein Verb nur ein Objekt, dann ist dieses Objekt ein Akkusativobjekt, egal ob es sich hierbei um ein Lebewesen oder ein Ding handelt.

b) Hat ein Verb zwei Objekte, dann ist das Lebewesen oder die Vereinigung aus Lebewesen das Dativobjekt, das andere das Akkusativobjekt.

Ich gebe ihm einen Tisch.
=> Ihm ist ein Lebewesen, das ist Dativobjekt.
Wir schenken Maria ein Auto.
=> Maria ist das Lebewesen, das ist das Dativobjekt.
Wir verkaufen der Firma das Grundstück.
=> Die Firma ist die Vereinigung von Lebewesen, sie das Dativobjekt.

Zu dieser Regel gibt es in skurrilen Fällen Ausnahmen.

Ich verpasse meinem Haus einen neuen Anstrich.
=> Haus ist Dativobjekt, aber kein Lebewesen.

Der Fall läßt sich aber dadurch lösen, dass man versucht, ein Objekt durch ein Lebewesen zu ersetzen, es ist dann klar, dass nur Haus durch ein Lebewesen ersetzt werden kann, nicht aber der neue Anstrich.

Einige, ganz wenige Verben, haben aber als einzige Ergänzung ein Dativobjekt und passen folglich nicht in das obige Schema. Ein Beispiel für Verben dieses Typs ist helfen. Ich helfe ihm. Wem helfe ich? Ihm
.

Manchem mag diese Diskussion jetzt skurril erscheinen, sie ist es nicht. Aus Gründen, die wir hier nicht weiter diskutieren müssen, gibt es Sprachen, bei denen man die Unterscheidung zwischen Akkusativ und Dativ nicht erfragen kann, weil sowohl nach dem Dativ wie auch nach dem Akkusativ mit dem gleichen Interrogativpronomen gefragt wird und es gibt in vielen Sprachen auch Situationen, wo sich der Dativ vom Akkusativ überhaupt nicht unterscheidet, ein Akkusativ, der ein Mensch ist, sieht zum Beispiel im Spanischen gleich aus wie ein Dativ, beide werden gebildet mit der Präposition a. Das in Schulen angewandte Erklärungsmuster versagt in zahlreichen Fällen und ist zu überdenken. Der oftmals verwendete Ausdruck indirektes Objekt für den Dativ ist endgültig Schwachsinn. Wenn Thomas Maria Geld gibt, ist Maria das indirekte Objekt, das Geld bekommt sie aber nicht indirekt.


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