Der Dativ wird
manchmal als indirektes
Objekt bezeichnet. Nach dem
Dativ fragt man mit wem.
Im Deutschen erfährt ein Objekt im Dativ eine
Wandlung (das Kind => dem Kind, der Mann => dem
Mann). Im Französischen bildet man den Dativ
mit der Präposition à.
Beispiele
Er
gibt
das
Geld
---
dem
Mädchen.
Wem
gibt er
von dem Geld?
---
Dem
Mädchen.
Il
donne
de l'
argent
à
la
fille.
À qui
donne-t-il
de
l' argent?
À
la
fille.
Wir
geben
---
Michael
Geld.
Wem
geben
wir
Geld?
---
Michael.
Nous
donnons
à
Michael
de l'argent.
À qui
donnons
nous
de l'argent
?
À
Michael.
Er
gibt
das
Buch
dem
Kind.
Wem
gibt er
das
Buch?
Dem
Kind.
Il
donne
le
livre
à l'
enfant.
À qui
donne-t-il
le
livre?
À l'
enfant.
Er
gibt
das
Buch
den
Kindern.
Wem
gibt er
das
Buch?
Den
Kindern.
Il
donne
le
livre
aux
enfants.
À
donne-t-il
le
livre?
Aux
enfants.
Er
gibt
das
Buch
dem
Jungen.
Wem
gibt er
das
Buch?
Dem
Jungen.
Il
donne
le
livre
au
garçon.
À qui
donne-t-il
le
livre?
Au
garçon.
Wie unmittelbar ersichtlich ist die Konstruktion A qui +
Pronomen gewöhnungsbedürftig. Würde man wörtlich übersetzten,
hätte man sowas.
Beispiel
À
qui
il
donne
le
livre?
Zu
wer
er
gibt
das
Buch?
À
qui
donne-
t-
il
le
livre?
Merke
à
la => Wenn ein weibliches Substantiv
folgt (das aber nicht mit einem Vokal
oder mit einem aspirierten h beginnt).
Je
le
dis
à
la
femme.
Ich
es
sage
der
Frau.
au
=> Wenn ein männliches Substantiv
folgt (das aber nicht mit einem Vokal
oder einem aspirierten h beginnt). Entspricht
a + le
Je
le
dis
au
garçon.
Ich
es
sage
dem
Jungen.
à
l' => Wenn das folgende Substantiv
mit Vokal oder nicht aspiriertem h beginnt,
egal ob männlich oder weiblich.
Je
le
dis
à
l'
enfant.
Ich
es
sage
dem
Kind.
aux => Wenn
das folgende Substantiv im Plural ist
(männlich oder weiblich) . Entspricht
a + les
Je
le
dis
aux
enfants.
Ich
es
sage
den
Kindern.
Exkurs: Da wir insgesamt 20 solche Portale betreiben
haben wir festgestellt, dass sich bestimmte Fragen
wiederholen. Vielen Menschen ist im Grund auch
die Deklination im Deutschen unklar. In der Schule
wird das folgendermaßen erklärt.
Der Dativ ist der Wemfall, nach dem Wemfall fragt
man mit wem.
Ich gebe ihm ein Buch. => Wem gebe ich ein
Buch? Ihm.
Der Akkusativ ist der Wenfall, nach
dem Akkusativ fragt man mit wen.
Ich sehe ihn. => Wen sehe ich? Ihn.
Der Genetiv ist der Wessen Fall, nach dem Wessen Fall
fragt man mit wessen.
Das ist das Auto seines Vaters. => Wessen
Auto ist es? Seines Vaters.
Der Nominativ ist der Werfall, nach dem Werfall
fragt man mit wer.
Der Mann geht über die Straße. =>
Wer geht über die Straße? Der Mann.
Offensichtlich scheint dieses Erklärungsmuster
aber nicht zu zünden, denn vielen Leuten
ist nicht so richtig klar, um was es geht. Deswegen
hier ein grundsätzlich anderes Erklärungsmuster.
Bei den Verben lassen sich drei Typen unterscheiden.
Verben, die gar kein Objekt nach sich ziehen:
Ich schwimme.
Verben, die ein Objekt nach sich ziehen: Ich esse
einen Kuchen.
Verben, die zwei Objekte nach sich ziehen: Ich
gebe ihm mein Auto.
Es gelten dann folgende Regeln.
a) Hat ein Verb nur ein Objekt, dann ist dieses
Objekt ein Akkusativobjekt, egal ob es sich hierbei
um ein Lebewesen oder ein Ding handelt.
b) Hat ein Verb zwei Objekte, dann ist
das Lebewesen oder die Vereinigung aus Lebewesen
das Dativobjekt, das andere das Akkusativobjekt.
Ich gebe ihm einen Tisch.
=> Ihm ist ein Lebewesen, das ist Dativobjekt.
Wir schenken Maria ein Auto.
=> Maria ist das Lebewesen, das ist das Dativobjekt.
Wir verkaufen der Firma das Grundstück.
=> Die Firma ist die Vereinigung von Lebewesen,
sie das Dativobjekt.
Zu dieser Regel gibt es in skurrilen Fällen
Ausnahmen.
Ich verpasse meinem Haus einen neuen Anstrich.
=> Haus ist Dativobjekt, aber kein Lebewesen.
Der Fall läßt sich aber dadurch lösen,
dass man versucht, ein Objekt durch ein Lebewesen
zu ersetzen, es ist dann klar, dass nur Haus durch
ein Lebewesen ersetzt werden kann, nicht aber
der neue Anstrich.
Einige, ganz wenige Verben, haben aber als einzige
Ergänzung ein Dativobjekt und passen folglich
nicht in das obige Schema. Ein Beispiel für
Verben dieses Typs ist helfen. Ich helfe ihm.
Wem helfe ich? Ihm.
Manchem mag diese Diskussion jetzt skurril
erscheinen, sie ist es nicht. Aus Gründen, die wir hier
nicht weiter diskutieren müssen, gibt es
Sprachen, bei denen man die Unterscheidung
zwischen Akkusativ und Dativ nicht erfragen
kann, weil sowohl nach dem Dativ wie auch nach
dem Akkusativ mit dem gleichen Interrogativpronomen
gefragt wird und es gibt in vielen Sprachen
auch Situationen, wo sich der Dativ vom Akkusativ überhaupt
nicht unterscheidet, ein Akkusativ, der ein
Mensch ist, sieht zum Beispiel im Spanischen
gleich aus wie ein Dativ, beide werden gebildet
mit der Präposition
a. Das in Schulen angewandte Erklärungsmuster
versagt in zahlreichen Fällen und ist zu
überdenken. Der oftmals verwendete Ausdruck
indirektes Objekt für den Dativ ist endgültig
Schwachsinn. Wenn Thomas Maria Geld gibt, ist
Maria das indirekte Objekt, das Geld bekommt
sie aber nicht indirekt.