Klar ist, dass
das Image der romanischen Länder im allgemeinen
und Frankreichs im besonderen in Deutschland sehr
positiv ist. Man assoziiert damit savoir vivre,
Gelassenheit, Eleganz, Aufklärung, Temperament.
Die Werbung kann sich ohne weiteres darauf verlassen,
dass Menschen aus diesem Kulturkreis sympathisch
rüberkommen und nützt das ja auch aus.
Auch die Sprachen dieser Länder empfinden
die meisten Leute als schön. Geht es darum,
eine dieser Sprachen zu erlernen, wird das Bild
differenzierter. Während man mit Spanisch
und Italienisch noch einigermaßen klar kommt,
hat man bei Französisch den Eindruck, vor
einer Wand hoch wie das Matterhorn zu stehen.
Das führt dann auch dazu, dass viele Schüler
dem Thema ausweichen und als zweite Fremdsprache
Spanisch wählen und andere, die nicht ausweichen
konnten, weil Spanisch nicht angeboten wurde,
unbewusst die Idee mit sich herumtragen, dass
diese Nuss nicht zu knacken sei. Es macht also
unter Umständen mal Sinn, den Stier bei den
Hörnern zu packen und darüber nachzudenken,
warum das Französische so schwierig ist.
Wie immer im Leben hilft es, mal das Problem genau
zu benennen und es herauszulösen aus einem
Gefühl undefinierten Unwohlseins.
Sie erfahren in diesem Kapitel nichts wirklich
Wichtiges. Es soll nur mal locker darüber
diskutiert werden, warum Französisch im Gegensatz
zu Spanisch oder Italienisch, wie das Französische
ebenfalls romanische Sprachen, von vielen Leuten
als so schwierig empfunden wird. Es soll verhindert
werden, dass die spezifischen Probleme des Französischen
sich diffus ausbreiten. Man sollte sich aber über
eines immer im Klaren sein. Sieht man mal von
der Aussprache ab, die wohl tatsächlich einiges
an Übung bedarf, ist das Französische
ein wesentlich logischeres und kohärenteres
System als das Deutsche. Wer das nicht glaubt,
der sei auf die www.allemand-online.de
verwiesen, wo wir die Skurrilitäten der deutschen
Sprache auflisten. Im übrigen kann man nur
den Ratschlag geben, der für alle Lebenssituationen
gilt. Rein ins Getümmel und auf in die Schlacht.
Nicht stundenlang überlegen, ob das so geht
oder so, sondern machen. Sie werden Französisch
nur lernen, wenn Sie es sprechen, ob falsch oder
richtig ist hierbei völlig uninteressant.
Auch die Aussprache ist erstmal ziemlich Banane.
Reden ist das Motto der Stunde, reden, reden,
reden. Egal wie. Mit 10 Wörtern kann man
mindestens 100 Sätze bilden. Die müssen
alle durchprobiert werden. Wenn sie sich in Frankreich
verlieben und im entscheidenden Moment darüber
nachdenken, ob die Konjunktion den
indicatif oder den subjonctif
verlangt, sollten Sie mal allgemein über
das Leben nachdenken, Sie machen dann wahrscheinlich
einiges falsch, denn genau in diesem Fall, ist
das vollkommen egal.
Auf alle Aspekte, die in diesem einführenden
Kapitel nur angerissen werden, wird im folgenden
ausführlich eingegangen. Die Aussprache,
die in allen Lehrbüchern vernachlässigt
wird, wird in den folgenden Kapiteln breitesten
Raum einnehmen. Unter Umständen werden wir
erleben, dass, wenn man das alles mal ganz aus
der Nähe betrachtet, Französisch nicht
schwieriger ist als Spanisch oder Italienisch.
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